Forum bei Thomas Mann
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Thema: Okkultismus bei T.M.
 
Chrissie Lauer
Okkultes in T.M.s Werk?
Erstellt am 02.09.2011 08:51
Im Jahr 1924 hat T.M. seinen merkwürdigen Aufsatz „Okkulte Erlebnisse“ veröffentlicht, siehe zum Beispiel in „Über mich selbst – Biographische Schriften,“ Seite 223. Er hat desen Aufsatz mehrfach in Sammlungen wieder abgedruckt und dann auch in die Gesamtausgaben (Stockholm, dann Frankfurt) aufgenommen. Die Erlebnisse müssen ihm also wichtig gewesen sein. Gehen diese okkulten Erfahrungen irgendwo auch in sein Werk (Romane, Essays) ein, oder spielen sie nur persönlich, nicht aber in seinen Büchern eine Rolle?
 
Wulf Rehder
Okkultes bei Thomas Mann
Erstellt am 06.09.2011 04:35
Wenn man großzügig ist und das Okkulte, Gespenstergeschichten, Spiritismus (und vielleicht sogar Mystik und Fieberträume?) in einen Topf wirft, dann gehören zum Beispiel die frühe Erzählung „Der Kleiderschrank“ sowie „Mario und der Zauberer“ und Kapitel XXV des „Doktor Faustus“ (Teufelsgespräch) in diesen Topf. Dass der „läppische Okkultismus mit seinem Tischerücken“ im Werk (und im Leben) TMs eine große Bedeutung hatte, wird vielleicht am besten im Kapitel „Fragwürdigstes“ des Zauberberg offenbar – siehe dazu etwa Hermann Kurzkes „Thomas Mann – Das Leben als Kunstwerk,“ 4. Auflage, 2005, Seiten 336-343. Die gründlichste und wohl auch wohlwollendste Behandlung dieses Themas im Zauberberg findet man inHermann Weigands Buch „Thomas Mann’s Novel Der Zauberberg“ von 1933, Kapitel VII: Mysticism. (Dies ist immer noch eines der besten Bücher zum Zauberberg.)

Siehe auch Jan Haags Blog über die Veranstaltung „Der Zauberer und die Phantastik – Thomas Mann und das phantastische Erzählen.“ Herbst-Kolloquium der Thomas-Mann-Gesellschaft, September 2010:
http://litos.wordpress.com/2010/09/18/okkulte-gaukelei-des-organischen-lebens/ .

Übrigens: Heft 2, 2011 der „Neuen Rundschau“ behandelt das Thema Okkultismus.

Wulf Rehder