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Thema: "Jack" - ein Freund "Bauschans"
 
Antonius Reyntjes
Bauschans "Herr"
Erstellt am 13.07.2005 07:36
[Brief an einen Hund]

An Jack.

Ach, guter Jack, der arme Bauschan, dem Du so schön und freundlich schriebst, ist lange tot, - in die ewigen Jagdgründe eingegangen, um es tröstlich auszudrücken. Eine schwere Staupe, verbunden mit eitriger Lungenentzündung, raffte ihn fern, schon bald, nachdem ich den Leuten von ihm erzählt, nachdem er also, sozusagen, auf anderer Ebene lebendig geworden, und manchmal kann ich den Gedanken nicht unterdrücken, daß da ein Zusammenhang bestehen könnte und, was ich that, vielleicht nicht gut gethan war an der Creatur, sondern sündhaft. Wer weiß es? Jedenfalls hatte er in einer hiesigen Zeitung einem sehr schönen Nekrolog, betitelt ‚Bauschan’ mit einem dicken Kreuz dahinter, das ist wahr, aber er hatte ja nichts davon. Daß er sich über Deinen Brief heftig gefreut hätte, leidet keinen Zweifel, bei dem Temperament, das ihn zierte. Sei bedankt in seinem Namen und Deinerseits dankbar für die Gunst des Schicksals, das Dir eine Herrschaft gab, die Dich liebt. weil. Bauschans Herr

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(München 10. Mai 1922; veröffentlicht 1948. Aus: T.M.: Autobiografisches. Fischer Bücherei. MK 119. 1968. S. 60)

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Wer weiß, wer hier der angeredete "Jack" ist?
"Jack", als ein Stellvertreter eines Lesers? Ein realer oder ein erfundener Kollege Bauschans - vom täglichen Spazierweg Manns?