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Thema: der tod in venedig - letzte "szene"
 
Tina
photographischer Apparat / Jashu
Erstellt am 28.01.2006 13:53
Hallo liebe Thomas-Mann-Freunde,

ich habe eine Frage bezüglich des letzten Kapitels bzw. der "Schlussszene":

Kann man dem photographischen Apparat ("Ein photographischer Apparat, scheinbar herrenlos, stand auf seinem dreibeinigen Stativ am Rander der See und ein schwarzes Tuch, darübergebreitet, flatterte klatschend im kälteren Winde") eine besondere Bedeutung beimessen? Wenn ja, welche? Ist es einzig das schwarze Tuch, welches vermutlich als eine der vielen Vorausdeutungen auf Aschenbachs Ableben fungiert, das hier eine Rolle spielt? Irgendwie kann ich mir das nicht vorstellen.

Des Weiteren würde mich interessieren, ob der Name des Gegeners von Tadzio in der "Ringkampfszene" eine Bedeutung hat. Gibt es eine bestimmte Symbolik des Namens "Jashu"?

Für ihre Anregungen bedanke ich mich.
 
Martina
TiV - schlussszene
Erstellt am 28.01.2006 16:22
hallo,
ich selbst kenne den tod in venedig gut und mag ihn sehr. doch auch ich kann mir keine andere deutung dieses apparates vorstellen, als die mit dem schwarzen tuch als vorausdeutung. wahrscheinlich nur noch ein zusätzliches zeichen von der verlassenheits aschenbachs. denn zu diesem apparat fehlt auch die person.
zu jashu weiß ich zwar nichts zum namen, nur wie man die ringkampfszene deuten könnte: die körperliche begierde jashus siegt über die schönheit und den geist tadzios - jashu drückt tadzio zu boden. später allerdings genau umgekehrt: aschenbachs geist siegt über seinen körper!

mehr weiß ich auch nicht*g*
 
Angerona
letzte szene
Erstellt am 13.06.2010 18:49
Der dreibeinige Photoaparat sollte meiner Meinung nach wahrscheinlich den Dreifuß als ein Symbol Apollos entschprechen ( http://de.wikipedia.org/wiki/Dreifuß ). Weiterhin, zum Jashu. Erst dachte ich an Joshua, aber die Bedeutung des Namens wäre damit schwer zu erklären: Joshua bedeuted so was wie "Gott ist die Rettung", und gerade deswegen passt es nicht so ganz zum Tod in Venedig. Anderseits, falls man es vermöge, darf man das Verlieren Aschenbachs (den Sieg Dionysos und das Unterwerfen Apollos) als seine eigene Befreiung bezeichnen. Dann hieße es, da der Tadzio (also Apollo) in der letzten Szene den Kampf gegen Jashu (demensprechend-Dionysos) verloren hat, ist auch der Joshua erklärbar.
Entschuldigung für mein BROKEN deutsch:)