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Thema: Felix Krull- Erscheinungsformen des Komischen
 
Leserin
Eröffnungseintrag
Erstellt am 20.01.2008 14:22
Hallo,
ich benötige dringend Hilfe!! Für das Abitur 2008 müssen im Unterricht die Erscheinungsformen des Komischen bei Felix Krull durchgenommen worden sein. kann mir nur leider nichts darunter vorstellen. Weiß jemand was damit gemeint ist?
 
käthe
RE: Felix Krull- Erscheinungsformen des Komischen
Erstellt am 18.02.2008 13:22
ich weiß zwar nicht,ob es dir jetzt noch was hilft bzw, ob du es schon weißt...ich denke, damit ist unter anderem die parodie auf den bildungsroman gemeint! will mich gerade selber schlau machen!
 
Lisa
Erscheinungsformen des Komischen in "Felix Krull"
Erstellt am 06.04.2008 16:50
Damit ist die Ironie, Satire, Groteske, Karikatur (Müller-Rosé) und Parodie gemeint, die durchweg im Roman wiederfinden lässt. Eindeutig "komisch" ist die Musterungsszene. Es ist also gemeint, was in dem Roman amüsant, komisch, belustigend wirkt. So zum Beispiel auch die Szene bei Madame Houpflé. Der Roman ist sehr parodistisch und deswegen lassen sich in den unterschiedlichsten Szenen die von Thomas Mann verarbeiteten Formen der Komik wiederfinden.

Das ist jetzt ziemlich vage und knapp, aber von der Essenz her ist das der Kerngedanke der Abiturvorgaben.
 
Larry89
RE: Felix Krull- Erscheinungsformen des Komischen
Erstellt am 11.04.2008 14:24
Das Komische an dem Roman "Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" ist auch die Tatsache, dass Mann offentsichtlich einen Schelmenroman anstrebt und den Bildungsroman parodiert. Felix Krull drückt sich in seiner Sprache sehr gewählt aus, doch diese zwanghaft intelligent-klingende Ausdrucksweise entlarvt Felix beim intelligenten Leser als Hochstapler. Er nutzt z.B. "Darbietung" anstatt "Darstellung". ( "die Lust entzündet", "gröbere Aufregung")
Außerdem als komisches Element kann bezeichnet werden, dass ironische Elemente auftreten. Z.B. trifft Krull auf dem Weg nach Portugal auf Herrn Kuckkuck, obwohl Felix das eigentliche "Kuckkuckskind" ist.
Lächerliche Figuren wirken ebenfalls zu den komischen Figuren hinzu (Müller-Rosé, Arzt von der Musterung)
Insgesamt kann auch gesagt werden, dass das Leben Krulls eine komische Gesamtdarstellung ist.
 
Fritz
RE: Felix Krull- Erscheinungsformen des Komischen
Erstellt am 02.12.2009 18:06
Als Stilmittel wird Ironie aus der Diskrepanz von Schein und Sein definiert als Gegensatz zwischen Gesagtem und Gemeintem.

Krull ist ein Spiel der Natur, Natur in ihrer sich selbst ironisierenden Gestalt. Die Didaktik von Sein und Schein trifft auf ihn nicht zu, sein ureigenstes Wesen ist der Schein.
Auch im Krull wird Manns Lebensthematik, die Spannung zwischen Künstlertum und Bürgertum, wieder aufgenommen, wird jedoch parodistisch gesteigert.
Der Ironie der Handlung entspricht die ironische Sprache, die elegnat und doppeldeutig, durch Begriffsverkehrung (etwa die positive Definition von Betrug) deutlich wird.
Krull maßt sich schon bei seinen ersten Worten an, dass seine Entwicklung im Zeichen des neuhumanistischen Bildungsbegriffs gestanden hat; nur nennt er ihn natürliche Begabung und gute Kinderstube der parodistische Umgang mit den neuhumanistischem Vokabular.