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Thema: Frage zu "Mario und der zauberer"
 
Kai
"Mario und der Zauberer"
Erstellt am 30.08.2005 13:59
" Die Freiheit existiert, und auch der Wille existiert;
aber die Willensfreiheit existiert nicht, denn ein
Wille, der sich auf seine Freiheit richtet,
stößt ins Leere". (aus "Mario und der Zauberer")

Welcher profunde Mann-Kenner vermag es, Licht in die Dunkelheit jener Worte zu bringen, die in mir seit langem höchste Verwirrung stiften?

Als Gefangener einer "Bildungs"vollzugsanstalt namens Gymnasium verfüge ich weder über kompetente und gewillte Gesprächspartner, noch über ausreichende Möglichkeiten zu eigenständigen, qualitativen Recherchen.

Ich wäre ihnen sehr dankbar, wenn sie mir durch kurze Hinweise oder erläuterungen den langen Weg durch Interpretationen ersparen könnten.
 
Das ÜBERICH
RE: Frage zu "Mario und der zauberer"
Erstellt am 14.09.2005 17:31
Zuerst musst du bei der Fragestellung den Hintergrund des Werkes berücksichtigen.
Bei jenem Werk Manns spielen nämlich seine Beschäftigung mit der Freudschen Psychoanalyse und Schopenhauers "Welt als Wille und Vorstellung" eine zentrale Rolle. Du darfst die Frage nicht sophistisch angehen, sondern musst sie im Hintergrund jener Punkte konkret stellen.

Über Freiheit wird hier nicht aus philosphischer, sondern aus dichterischer, poetischer Perspektive gefragt und ausgesagt.
Mario erlebt einerseits Willen, andererseits Freiheit, aber genau weil er sich, in scheinbarer Freiheit handelnd, unbewusst der Dynamik des Unterbewussten unterwirft gibt es auch für ihn keine Willensfreiheit. Es gibt zwar die Freiheit und den Willen an sich. Eine Symbiose beider ist aber nicht möglich.
Jener für den Erzähler befreiende und erlösende Schluss ist nur Illusion, denn er obliegt wiederum selbst dem Unterbewussten.

Wenigstens eine Idee...
 
Gerald
RE: Frage zu "Mario und der zauberer"
Erstellt am 15.09.2005 19:44
Ideen reichen aber nicht aus!