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Thema: Freud und "Der kleine Herr Friedemann"
 
Denise
"Der kleine Herr Friedemann" und Freuds Psychoanalyse
Erstellt am 18.03.2007 17:12
Hallo!
Ich schreibe gerade an einer Hausarbeit, in der es um die psychoanalytische Deutung von Thomas Manns Erzählung "Der kleine Herr Friedemann" von 1897 geht. Ich habe schon einige Vermutungen, würde aber gerne meinen Wissensstand noch erweitern und bin für Denkanstöße und weitere Infos dankbar!
Liebe Grüße, danke im Voraus für eure Bemühungen!
 
Gordon
RE: Freud und "Der kleine Herr Friedemann"
Erstellt am 19.03.2007 15:34
Die Zusammenfassung eines psychoanalytischen Aufsatzes von Walter Schönau über "Friedemann" gibt es hier:

http://www.daedalus-verlag.de/freie-assoziation/h3_99ws.htm

Die entsprechende Ausgabe der Zeitschrift "Freie Assoziation" (Heft 3, 1999)
mußt Du Dir schon selbst besorgen.
 
Denise
RE: Freud und "Der kleine Herr Friedemann"
Erstellt am 20.03.2007 00:52
Hallo Gordon! Erstmal vielen Dank für den Beitrag! Ich habe diese Zusammenfassung schon gelesen und habe noch überlegt, ob ich mir den kompletten Text besorgen solte...vielleicht hat jemand ja auch persönliche Gedanken zur freudianischen Interpretation der Erzählung - nicht, dass ich deinen Tipp nicht zu schätzen wüßte! Warum zum Beispiel benimmt sich Gerda von Rinnlingen wechselnd einfühlend und ablehnend? Oder wieso verliebt sich Johannes Friedemann gerade in Gerda? Mich würde ein Gedankenaustausch sehr interessieren, vielleicht ein bisschen mehr ins Detail gehend! Danke!
 
Gordon
RE: Freud und
Erstellt am 20.03.2007 22:09
"Hallo Gordon! Erstmal vielen Dank für den Beitrag! Ich habe diese Zusammenfassung schon gelesen und habe noch überlegt, ob ich mir den kompletten Text besorgen solte..."

Wer eine Hausarbeit zu schreiben hat, muß die wissenschaftliche Literatur zum Thema kennen.

"vielleicht hat jemand ja auch persönliche Gedanken zur freudianischen Interpretation der Erzählung - nicht, dass ich deinen Tipp nicht zu schätzen wüßte!"

'persönliche Gedanken' klingt nach Subjektivismus ... Das hat in einer wissenschaftlichen Arbeit bzw. Facharbeit nichts bis sehr wenig zu suchen, da es darin um substantiierte intersubjektive Nachvollziehbarkeit der Ausführungen geht. Was hättest Du davon, die persönlichen Gedanken eines Freud-Hassers bzw. in puncto Psychoanalyse Unkundigen zu einer freudianischen Interpretation eines literarischen Werkes zu lesen?

" Warum zum Beispiel benimmt sich Gerda von Rinnlingen wechselnd einfühlend und ablehnend?"

Das psychoanalytische Stichwort dazu heißt: Ambivalenz.


"Oder wieso verliebt sich Johannes Friedemann gerade in Gerda?"

Weil sie für ihn die Wiederbelebung der 'phallischen Mutter' ist, die ihn in früher Kindheit zugleich geschützt/geliebt und unterdrückt hat bzw. abweisend war.
Friedemanns Buckel ist ein Kastrationssymbol; in den Werken von T.M. häufig auf eine körperliche Deformation oder Insuffizienz verschoben. (S. etwa das Motiv des Hinkens in "Königliche Hoheit" und bei Schleppfuß im "Doktor Faustus" (Kapitel XIII).)

"Mich würde ein Gedankenaustausch sehr interessieren, vielleicht ein bisschen mehr ins Detail gehend! Danke!"

Dies soll damit geschehen sein!

Gordon

 
Kasia
Der kleine Herr Friedemann
Erstellt am 19.01.2008 12:45
Ich habe eine psychoanalytische Deutung zu schreiben, ich wäre für alle Links und Informationen zu dem Thema sehr dankbar :)