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Thema: Kröger und Aschenbach
 
Anke
Tonio Kröger und Aschenbach
Erstellt am 25.05.2006 16:12
Kann man sagen, dass Tonio Kröger und Aschenbach aus der "Tod in Venedig" nur zwei verschiedene Erscheinungsformen der gleichen Künstlerexistenz sind?

Was meint ihr dazu?
Würde mich über Beiträge freuen.
 
Ronald Koske
Ich bin DOCH ein geistiger Mensch: ich lamentiere am Himmelfahrtstag über Kröger und so...
Erstellt am 25.05.2006 17:46
Hi, Hallo, Guten Tag, Grüß Eahna Gott (hihi),

man kann ALLES sagen; steht, glaube ich, sinngemäß auch in der Verfassung... - Hä-ähümm: SORRY!!!

Kröger und (von) Aschenbach scheinen mir nicht nur "zwei verschiedene Erscheinungsformen der gleichen Künstlerexistenz", sondern auch logisch und CHRONOLOGISCH aufeinander bezogene solche; Kröger ist ja etwa völlig geklatscht von der "Anmerkung" der guten Frau Iwanowna, er wäre im Grunde ein verirrter Bürger, ein Bürger auf Irrwegen usw., und (von) Aschenbach praktiziert dann halt, im grausigem Sinne bis zum Umfallen, dieses Leistungs- und Durchhalte-Ethos, das man für meinen Geschmack allzuoft als angeblich typisch preussisch zu bezeichnen pflegt; mit anderen Worten ist v. A. also AUCH T. K. ein paar Lebensstufen höher. Oder so...

Eigentlich "machen" das doch aber alle Künstler und vor allem diese beknallten Wortsetzer, dass sie (ein Schreiber-Leben lang) "ihre" Themen variieren, konkretisieren, zuspitzen, und das eben meist gewissemaßen um ein festes Ensemble von Figuren herum (?)...

In diesem Sinne

R. K.

 
Dr. Haack
RE: Kröger und Aschenbach
Erstellt am 09.06.2006 08:02
Hallo Anke,
T. K. und G. v. A. tragen beide persönliche Züge von T. M. Übrigens auch Felix Krull und Adrian Leverkühn in "Doktor Faustus". In dem Essay "Chamisso" (1911) hat T. M. von "der geheimen Identiät von Autor und Fabelheld" gesprochen" und gemeint: "Es ist die gute alte Geschichte: Werther erschoss sich, und Goethe blieb am Leben".