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Thema: Schreibtisch TMs
 
CS
Thomas Manns Schreibtisch
Erstellt am 14.03.2006 22:18
Für Thomas Mann war sein Schreibtisch ja ein besonders wichtiges Lebensutensil. Wem sind Erwähnungen in Tagebüchern oder Essays geläufig, in denen er sich darüber geäußert hat? Ich erinnere mich nur dunkel...

Liebe Grüße

P.S. Der Seite wären weitere 100.000 Besucher zu wünschen, unbedingt.
 
michael Königs
Schreibtisch TMs
Erstellt am 21.03.2006 17:04
Wozu benötigen Sie denn die Auskünfte?
 
Commodore
RE: Schreibtisch TMs
Erstellt am 21.03.2006 23:24
Ich habe bereits mehrere Bilder von Thomas Mann an seinem Schreibtisch gesehen und festgestellt, wie akribisch die dort herrschende Ordnung war. Für einen Schriftsteller muss das ja ein wichtiger Lebensort gewesen sein. Für TM sicherlich auch. Mich interessiert, ob es dazu irgendwelche Literatur oder Spuren gibt. So nebensächlich finde ich es nicht, ob und in welchem Ambiente ein Schriftsteller geschrieben hat.

Grüße

CS
 
michael Königs
Schreibtisch TMs
Erstellt am 22.03.2006 14:37
Hier schon mal Verweise auf andere websites:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schreibtisch
http://www.museumderunerhoertendinge.de/dinge_2000/thomasmann/thomasmann.htm
Wenn Sie möchten, kämpfe ich mich mal durch die Literatur, um vielleicht noch weitere Informationen zu diesem Thema zu finden.
 
commodore
Schreibtisch
Erstellt am 22.03.2006 18:22
Ich bin begeistert, bei Wikipedia findet sich ja ein besonders gutes Zitat. Gesehen habe ich das gute Stück in Zürich bereits. Vielen Dank auch für den Hinweis auf den Gegenstand. Vielleicht stopern Sie ja noch über weitere Hinweise, was mich freuen würde. Ich habe mich gleich auch weitergecklickt und ein schönes Bild vom Schreibtisch von Hermann Hesse gefunden. Auch ein spannender literarischer genius loci.

Besten Dank also
CS
 
Dennis Ulbrich
Schreibtisch Thomas Manns
Erstellt am 23.03.2006 23:36
Es gab bestimmte Dinge, von denen Thomas Mann sich sein Leben lang nicht trennen mochte. Und wenn man einmal nicht an politische oder historische Ansichten denkt, sondern zum Beispiel die Ausstattung seines Arbeitszimmers ins Auge fasst, ist da sofort dieser legendäre Schreibtisch. Ich weiß nicht wieso, aber irgendwie habe ich dabei immer ein bestimmtes Bild vor Augen, das mir die "Lotte in Weimar" einhämmerte: der alte Goethe, der jahrzehntelang ein Thema in sich trägt und seine Gäste wie Untertanen empfängt. Und dann wieder Thomas Mann, der jeden Tag eisern an seinem Schreibtisch sitzt, in späten Jahren das aufrechte Sitzen nicht mehr aushält, sich aufs Sofa begiebt und dort ,auf den Knien eine Unterlage, seinen Dienst abhält.
 
rolf
schreibtisch
Erstellt am 24.03.2006 09:34
auch wenn dies ein wenig über die ursprüngliche frage hinaus geht: das arbeitszimmer - und speziell der schreibtisch - war für thomas mann stets ein wichtiges thema. alles musste "wie gewohnt" sein - jeder gegenstand an seinem ort. katja mann hatte ihre liebe mühe, alles von münchen nach frankreich, von dort in die schweiz, weiter in die usa und zurück in die schweiz zu bekommen. nichts durfte fehlen - nicht die kleinste kleinigkeit (alles an seinem angestammten platz auf dem schreibtisch). und dafür war zeitlebens katja zuständig. ich fürchte, thomas manns schaffenskraft wäre erlahmt, wenn es diese staffage um ihn herum nicht gegeben hätte - ein stück kontinuität und verlässlichkeit in unruhigen zeiten.

vielleicht auch ein klein wenig neurotisch ... :o)

gruss rolf
 
Michael Königs
Schreibtisch TMs
Erstellt am 28.03.2006 20:29
Respektvoll wendet man sich nach rechts und kommt so in den nach der Stadt gewandten Ausstellungsraum, das Gedenkzimmer. Es beherbergt das Mobiliar und die Bibliothek aus Thomas Manns Kilchberger Arbeitszimmer. Hier steht der legendäre Mahagonischreibtisch, den Thomas Mann vor dem Ersten Weltkrieg in einer Münchner Antiquitätenhandlung erworben hat und der ihm ins Exil nachreiste, nach Küsnacht, Princeton, Kalifornien und wieder zurück in die
Schweiz. Hier wurde das in den Romanen beschworene grosse Welttheater konzipiert, das ausladende «Lieblingsmöbel» ist «Stätte von Kampf und Opfer und zungenschnalzendem Glück» und zugleich «Symbol der Lebens- und Schaffenseinhei t . . . ja einer letzten triumphalen Unberührbarkeit
» (so Archivar Thomas Sprecher in seinem Buch «Thomas Mann in Zürich», Verlag NZZ, Zürich 1992). Die auf der Schreibfläche gruppierten Gegenstände fanden sich in ungefähr dieser Anordnung nach Manns Tod in Kilchberg vor. Jedes Ding hat eine Geschichte, etwa der am Todestag des
Schriftstellers stehengebliebene Abreisskalender oder die zwei Kerzenhalter «zu Häupten des Manuskripts», die an das Vorbild Schiller erinnern. Über dem Sofa hängt, goldgerahmt, ein in der Mann-Forschung wohlbekanntes Ölgemälde: drei Jünglingsakte, betitelt «Die Quelle», von Ludwig von Hofmann. Das Bild lieferte Inspirationen zum «Schnee»-Kapitel im «Zauberberg».

Quelle: NZZ, 24.10.1994

Schöne Zeilen findet man zum Thema »Schreibtisch« auch am Anfang des 2. Kapitels im »Tod in Venedig«
 
H.-P.Haack
T.M.s Schreibtisch
Erstellt am 09.06.2006 20:59
"Phantastische Wiederherstellung" notiert T.M. im Tagebuch, als ihm sein Schreibtisch gefolgt war (ins Schweizer Exil? nach Amerika aus der Schweiz? mit den Möbeln aus Pacific Palisades bei seiner Rückkehr in die
Schweiz? Kannmich nicht mehr genau anden Ort erinnern).

Klingt doch gut, "phantastische Wiederhersstellung", nicht wahr?