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Thema: T.M.: "Wisser" - als Nietzscheaner
 
Antonius Reyntjes
T.M. - als "Fachler..."
Erstellt am 14.07.2005 17:22

Forts. zu T.M.-Selbstverständnis"
Ja, ich glaube, dass T. M. wenig bis nichts von Nietzsche verstanden hat; er hat ihn, wie fast alle Um-die-Jahrhundertwende-frustrierten-Bürgerlichen, es auch nicht umsetzen können, für eine Eigen-Analyse, für die politische Erkundung seiner Zeitbedingungen, für die familiäre Erziehung - z.B. an seinen therapiebedüftigen Kindern.
Aber dieses hier demonstrierte Missverständnis und die Abweisung von Kritik ist typisch für T. M.-Begeisterte; es gibt da in dieser Leser-Abhängigkeit nur die Welt d u r c h T. M. - nicht die Welt abseits dieses monomanischen Eigenwillens, der nur in wenigen begrenzten Attacken seiner Kinder oder der Selbt-Gefährdung seine Aufmerksamkeit auf die Symptome lenken konnte, um ihre Ursachen zur Kenntnis zu nehmen.
Ohne Bedrohung durch den Faschismus hätte T.M. einfach - und superbürgerlich und poeto-fürstlich - unangefochten weitergelebt - im Schutz seines Stils, seiner Frau und der Bürger, die ihn dekorierten.
Das Ich –Modell von Sigismund Freud - wer hätte ihm, dem Psychoanalytiker, das wohl erklären können - T.M.? (Oder Sie, lieber .M.-Alles-Wisser und Anweiser, pardon, Sie sind ja ein bisschen höflicher, als es das Wort ausdrückt: Zurechtweiser! ):
[url]http://www.suesske.de/ich-es.jpg[/url].
Pustekuchen - Mann-Weisheit! Er, T.M. (und auch Sie, als Nur-Leser!), hätten sich selbst in Zweifel ziehen und in Erkenntnis (nicht nur in prosaisch aufgemotztes Wohlgefallen) umsetzen müssen (oder: ansatzweise können)... - das geht nicht so, wie T.M. imperativisch es anwies: "Blick um dich, sieh in die Fenster der Buchläden!"
 
ledio
Thomas Mann
Erstellt am 14.07.2005 22:37
ich bin, und werde es vermutlich lange bleiben, erschüttert, fassungslos, betroffen von so viel irrsinn, gebündelt in so wenig text. verstehen sie mich, obwohl ein erstes mal geschehen, nicht falsch werter herr. fern liegt das verlangen mit meinem schreiben ihre eitelkeit zu kränken, auch liegen meine absichten nicht in der bloßen wiederlegung ihrer ideen doch beim einmaligen lesen ihrer (mit einer gewissen milde ausgedrückt) INTERPRETATION muss es jedem genießer der literatur und jedem individuum welches in dem klangvollem wort "philosophie" ein wenig erkenntnis erlangen mochte ein bedürfnis sein sie hochgeschätzter zurecht zu weisen. sie versuchen beharrlich thomas mann als einen gewöhnlichen spießbürger darzustellen nicht wissend wie mir scheint das derselbige jene zutiefst verabscheute was sich in meisterhaft gestalteten romanen, novellen, essays und sogar poesien bemerkbar macht und einen krönenden höhepunkt mit der verleihung des nobelpreises erreicht. thomas mann ist mit seinem gespür für das feine und sensible ein außerordentliches beispiel für den denkenden, schaffenden, fühlenden mensch. erklären sie doch bitte genauer was sie mit "fehlinterpretation" meinen und reden sie dabei nicht über die herrische kindererziehung davon bekomme ich von delitanten im trostlosen alltag zu genüge.
werfen sie mir bitte nicht vor, thomas mann nur aus einem inneren bedürfnis heraus zu verteidigen. dies geschieht nur der wahrheit zuliebe. wie ich schon im ersten so mitleidlos kritisierten kommentar vorschlug sollten sie des zauberers versuche über nietzsche zur hand bekommen und sich entgültig ihrer aus unerklärlichen dimensionen entstandenen vorurteilen entledigen.
das putzige und imitierte müssten sie noch einmal erklären da sie nur verständnislosigkeit hinterließen.

Herzlichst L.v C.
 
Die Redaktion
Ränkespiele
Erstellt am 15.07.2005 10:16
Sehr geehrte Herren,

mir obliegt die redaktionelle Betreuung dieses Forums und ich beobachte Ihren Disput schon eine Weile. Zugegeben: Er hat Niveau, selten anzutreffen bei Foren dieser Art. Dennoch muss ich mahnen, bei der Sache zu bleiben und die Invektiven, so geistreich sie bisweilen sein mögen, einzustellen. Ansonsten muss ich derlei private Beiträge von unserem Marktplatz verbannen. Streit und Spötteleien auf hohem Niveau sind weiterhin willkommen, aber bitte weniger ad personam.

Mit besten Grüßen

Holger R. Stunz
(S. Fischer Verlage)