Forum bei Thomas Mann
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Thema: T.Manns Begriff von Größe und Werk
 
Dohrmann
Eröffnungseintrag
Erstellt am 28.11.2005 23:13
Thomas Mann war nicht nur wahrscheinlich der bedeutendste Schriftsteller (bzw.
Prosa-Dichter) des 20. Jh. sondern auch einer der letzten, der den alten Begriff
von Größe und von einem literarischen Werk ALS KUNSTWERK mit bewundernswerter undauf tragischem Verzicht gegründeter Stringenz in die Tat umsetzte: Daran können all die heutigen Schreiberlinge (auch die hochgejubelten), welche kaum noch einen Begriff davon haben, was eigentlich KUNST in der Literatur sei, nicht einmal kratzen.

Thomas Mann ist ein Beispiel dafür, wie sich höchster Intellekt, raffieniertester Kunstverstand und einer ins breite drängenden (e. g. Josephs-Trilogie) epischen Begabung mit einem unglaublichen WILLEN ZUM (groß angelegten, bedeutungstiefen, symbolischen) WERK paaren.

Also für alle (begabten) Schriftsteller deutscher Sprache: Setzt Euch auf Eure Hintern und produziert etwas Anständiges, Verständiges, ästhetisch und/oder ethisch Brauchbares - etwas das äußere und innere Handlung hat und intellektuellen Anspruch: Und nicht diesen langweiligen MIST, der heute meist geboten wird!



 
Simon
RE: T.Manns Begriff von Größe und Werk
Erstellt am 29.11.2005 01:10
Dem kann ich voll und ganz zustimmen.
Simon
 
dedalus
RE: T.Manns Begriff von Größe und Werk
Erstellt am 29.11.2005 13:02
so würde mich doch interessieren, welche Literatur heute dem Kunstwerk noch am nächsten kommt.
gibts da Empfehlungen? lesenswertes?
 
Kai
RE: T.Manns Begriff von Größe und Werk
Erstellt am 30.11.2005 15:56
Es sei jedoch die Frage erlaubt, ob die Literatur im ausgehenden 20. Jahrhundert und eben jetzt im 21. überhaupt noch einen solchen Kunstbegriff zulassen kann.
Exisistiert heute nicht ein kühles und rationales Selbstverständnis, das eine solche Übersteigerung des Subjekts in einen nahezu wahnhaften Gigantomanismus gar nicht mehr gestatten kann?
Ist Mann nicht einer der letzten großen Spätromantiker, diese zwar in gewisser Weise überwindend, ästhetisch jedoch noch sehr in ihr verwurzelt.
Ich weiß mir diese kritik nicht zu deuten, schließe jedoch auf eine alten, gewiss ruhmvollen Zeiten nachtrauernde Nostalgie.
 
Dickbert
...
Erstellt am 21.12.2005 18:48
Zwar stimme ich dem oberen Text im Gröbsten zu; doch warum, oder besser durch welche Qualität zeichnet der Herr aus, der oben auf so sublime Art moderne Literatur in Zweifel zieht, die er bestimmt, da bin ich mir ziemlich sicher, nicht ausreichend genug gelesen hat oder schlicht einfach dem ästethischem Vermögen, das er doch bei Thomas Mann zu erkennen scheint, entbehrt.-Dies soll keinen "beaf" starten;nein, vielmehr rate ich dem Herrn einfach dazu, sich diesbezüglich weiterzubilden und seine Vorurteile abzulegen.

ps. GUTE moderne Literatur : Helmut Krausser und Christoph Hein
 
Dickbetr
verschrieben
Erstellt am 21.12.2005 18:51
[... ich dem oberen Text im Gröbsten zu; doch warum, oder besser durch welche Qualität zeichnet der Herr SICH aus...]