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Thema: Thomas Manns Religion
 
Ursulina
Thomas Manns Religion und Theologie
Erstellt am 15.03.2007 10:11
Für eine Facharbeit benötige ich Hinweise zum religiösen Selbstverständnis Thomas Manns.
in "Buddenbrooks" führt er den Verfall der bürgerlichen Familie auf das Auseinanderbrechen der Einheit von christlichem Glauben und Leben zurück.
Welche Bedeutung hat das Theologiestudium Adrian Leverkühns und der Teufel in Doktor Faustus?
Ist etwas über Thomas Manns "Religionsleben und -verhältnis" bekannt?
Welche Primär- und Sekundärliteratur ist empfehlenswert?
Danke für die Bemühungen im Voraus!
 
Gordon
RE: Thomas Manns Religion
Erstellt am 16.03.2007 17:04
http://www.ekd.de/EKD-Texte/ekd_texte70_2002_thomasmann3.html
 
H.-P. Haack
Thomas Manns Religion
Erstellt am 17.03.2007 03:27

Gedankensplitter zu Deinen Fragen:

Leverkühns Theologie-Studium? Der in Kapitel XV zitierte Brief.

Leverkühns Religiosität? Kapitel VII: „Was von Gott ist, das ist geordnet. […] Es stellte sich heraus, dass er religiös war“. (Einstein soll gesagt haben: „Gott würfelt nicht“).

Thomas Manns „Christentum“? Siehe Tagebuch-Notizen anlässlich seiner Audienz beim Papst (weiß aus dem Gedächtnis nicht wann, war aber nach1945).

Thomas Mann – denke ich – hat sowohl in religiösen als auch mythischen Kategorien gedacht und geschrieben. (Mythos: Die ewige Wiederkunft als Kennzeichen des Ursprünglichen; zyklisches Zeitverständnis)

Das Göttlich-Teuflische der Kunst: Drittes Kapitel „Lotte in Weimar“.

Der Teufel Anstoß gebend für Kreativität: Faust I, Prolog im Himmel: “Des Menschen Tätigkeit kann alllzuleicht erschlaffen, […]“.

Zum Normenbruch von Teufel und Künstler habe mich in meiner Studie „Zweideutigkeit als System“, Kapitel [1.9] geäußert www.haack-leipzig.de.

H.-P. Haack
 
Ursulina
Thomas Manns Religion und Theologie
Erstellt am 19.03.2007 09:03
Danke,
der EKD-Text von Schwöbel ist genau das, was ich gesucht habe!