Forum bei Thomas Mann
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Thema: Wirkung der Texte von Thomas Mann auf die Gesellschaft
 
Andreas
Wirkung auf die Gesellschaft
Erstellt am 08.12.2005 10:33
Welch auswirkungen hatten Thom´s Texteauf die Gesellschaft, was haben sie bewirkt?
 
Andreas
Upps
Erstellt am 08.12.2005 10:39
Huch habe mich ja voll verschrieben!
Also Welche Wirkung hatten Thomas Manns Texte auf die Leser, was haben sie verändert evtl. auch politisch?
 
Simon
Auswirkungen auf die Gesellschaft
Erstellt am 13.12.2005 10:10
Vielleicht hat die Gesellschaft Thomas Mann noch gar nicht richtig zur Kenntnis genommen. Möglicherweise ist erst unsere Zeit "reif" für Thomas Mann.
Dies sind zumindest Thesen aus dem neuen Buch von Günter Rohrmoser:
Dekadenz und Apokalypse - Thomas Mann als Diagnostiker des deutschen Bürgertums.
Nachfolgend ein Auszug aus einer Rezension zu diesem Buch:
Das Schicksal der bürgerlichen Kultur und damit des deutschen Bürgertums, soweit man davon heute überhaupt noch reden kann, wird letztlich an einer erneuten Auseinandersetzung mit der Sicht von Thomas Mann nicht vorbei kommen. Darin scheint auch im Blick auf eine zukünftige deutsche Identitätsfindung die Bedeutung des Werkes von Thomas Mann und dieser Interpretation zu bestehen.
 
Andreas
RE: Wirkung der Texte von Thomas Mann auf die Gesellschaft
Erstellt am 13.12.2005 16:30
Erstmal danke für die Antwort!
aber das hat mich nicht wirklich weitergebracht. Ich meine was hat er bewegt, hat sich die Literratur nach seinen Werken verändert, hat er "Trends" gestzt? Es ist ja nicht so als hätte ich nicht recherchiert, ich habe z.B. (was ihr bestimmt schon lange wisst) erfahren das er während der Naziezeit ausgewandert ist. Hat das damals jemanden zu denken gegeben (ich denke scho war ja nicht jeder Nazie oder?) z.B. irgendwelchen Berühmtheiten oder Politikern?
 
koskator
Das putzt in der Tat ganz ungemein!
Erstellt am 26.05.2006 13:11
Servus,

diese "Diskussion" (?) ist zwar schon eine Weile eher, aber da gerade jener "motus animi continuus" in mir zugange ist, von dem Thomas Mann geschrieben hat, dass Gustav (von) Aschenbach daran gedacht hätte, dass Cicero darüber geschrieben hätte (ich versuche das schon seit Jahrzehnten abzustellen und mich mit was Vernünftigem zu beschäftigen, hihi, allein: ich finde den "Aus"-Schalter nicht), möchte ich zu den hier angemerkten Anmerkungen noch einige Einwürfe einwerfen.

Meiner lächerlich unmaßgeblichen Meinung nach ist Thomas Mann entgegen deprimierend weit verbreiteter Ansichten und "Ansichten" DER aktuelle Autor: er hat DAS Grunderlebnis des Menschen im 20. Jahrhundert, nämlich den Zusammenbruch und Wegfall von Lebenswelten und Kulturräumen dargestellt(Kaiserreich, "Drittes Reich", "Realer Sozialismus"...; Ostpreussen, Galizien, Schlesien...); anhand "seines" privaten Exempels eines solchen Fiaskos, und das lange, bevor diese existentiellen Erschütterungen Millionen Menschen betraf; diese "Kritiken" über "lange Sätze" usw. usw. usf. sind ganz einfache Abwehr- und Widerstandsmechanismen, im Sinne Freuds, dessen "kleine Renaissance" (wat ein Zufall!) verblüffender und erfreulicher Weise eben stattzuhaben scheint...

Im Übrigen gilt, dass Kunst ganz und gar nutzlos ist (Oscar Wilde): WIRKUNGEN sind eher unterschwellig und unbewusst (siehe eben oben)...

Mit vorzüglicher Zerknirschung

R. K.
 
koskator
"Höchst, HÖCHST spaßhaft!"
Erstellt am 26.05.2006 13:14
Es muss natürlich richtig heißen: "... schon eine ganze Weile her..."; ich bitte um Verständnis und Rücksicht, ich bin über 40: die Augen, der Stützapparat, ach, ach, ach...